Sonntag, 6. April 2008
Prinzessin Mizzi - Renate Fabel


Bewertung: 3 von 5 Sternen

Inhalt: Es ist wenige Tage vor Weihnachten, und Kim Simonis sieht sich außerstande, das herrenlose kleine Kätzchen, das einer ihrer Schüler aufgelesen hat, der winterlichen Kälte auszusetzen. »überlaß mir diese Katze«, hat die Lehrerin spontan gesagt – und überlegt nun fieberhaft, wie sie ihrem Mann diese ganz besondere Weihnachtsüberraschung präsentieren kann. Doch ihre ängste erweisen sich als überflüssig. Prinzessin Mizzi macht ihrem Namen alle Ehre und regiert bald als absolute Herrscherin in ihrem neuen Reich. Bis sich ein unerwartetes Ereignis ankündigt.

Kritik: Ein bisschen erinnert die Geschichte der kleinen, streunden Katze Mizzi an den bekannten und italienischen Nero Corleone von Elke Heidenreich. Und auch die ersten Kapitel weisen immer noch sehr viel Ähnlichkeit mit diesem Katzenbuch auf. Doch was im Verlauf dieser weihnachtlichen Geschichte, die sich insgesamt über ca 3 Jahre erstreckt, alles passiert, hat dann doch so gar nichts mehr mit dem Vagabunden-Leben des Nero zu tun.
Diese großen Zeitsprünge ab und an wirken zwar nicht sonderlich störend, verhindern es aber einen besonderen Bezug zu den Protagonisten und/oder zu Mizzi aufzubauen. Auch das Ende wirkt meines Erachtens ziemlich abrupt und "ungeplant", zumindest hatte niemand während des Lesens einen solch traurigen Ausgang erwartet. Traurig jedoch nur für den Leser, weil die Hauptpersonen in der Geschichte dieses "Happylose Ende" als besonders gut aufnehmen.

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Samstag, 5. April 2008
"Senk ju vor träwelling" - Mark Spörrle, Lutz Schumacher


Bewertung: 2 von 5 Sternen

Inhalt: Bahn fahren - das letzte große Abenteuer: Nachdem sich die Autoren schätzungsweise mehr als die Hälfte ihres 40-jährigen Lebens auf überfüllten Bahnhöfen mit Fahrkartenverkäufern (automatisch und menschlich), wirren Durchsagen und nach einem geheimen Plan falsch einfahrenden Zügen herumgeschlagen haben, verraten sie jetzt, wie Sie mit der Bahn fahren und vielleicht trotzdem ankommen können - der Überlebensführer für unerschrockene Reisende.

Kritik: Das Buch "senk ju vor träwelling" hält für mich leider nicht das, was es verspricht.
Es ist wie ein richtiger Ratgeber aufbereitet, nur sind die Kommentare darin natürlich viel lockerer und frecher. Doch diese übertriebene Lockerheit und diese gezwungene Frechheit haben mich doch schon ein wenig beim Lesen gestört. Das Buch vermittelt einfach nicht das, was die Bahn mit ihren Kunden anstellt - eher wird alles total ins Lächerliche gezogen und extrem überspitzt dargestellt. Man hätte es auch wahrheitsgetreuer formulieren können, denn das wäre mit Sicherheit nicht weniger lustig geworden.
Was meines Erachtens noch störend, sowie unpassend ist, ist die rote Schrift, die sich zwar an das Logo der Bahn anpassen soll und somit noch in geringem Maße einen Sinn erfüllt, doch diese "Blutflecken" auf jeder 4. Seite haben sich mir immer noch nicht erschlossen.

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Donnerstag, 3. April 2008
Herr Jensen steigt aus - Jakob Hein


Bewertung: 3 von 5 Sternen

Inhalt: Das Aussteigen ist Herrn Jensens Problem nicht. Eher schon, dass er noch nie ins Leben eingestiegen ist: Studium abgebrochen, keine Freunde, keine Interessen, noch nie Sex mit einer Frau gehabt, Kontakt zu den Eltern aufs Minimum reduziert.

Kritik: Der von Frau Heidenreich so hochgelobte "Herr Jensen" ist eine nicht sehr anspruchsvolle Lektüre, die dem Leser vermutlich auch nicht eine größere Stundenanzahl an Zeit rauben wird. Das Büchlein ist sehr dünn und das Schriftbild so gehalten, dass es übersichtlich und sehr verständlich wirkt. Noch dazu kommt der einfach gehaltene Sprachstil, mit dem Jakob Hein sein Buch ausgestattet hat. Aber genauso einfach wie seine verwendete Sprache, ist auch sein Protagonist Herr Jensen. Die Idee, die der Autor hatte und umgesetzt hat, ist witzig, skurril und leicht beängstigend.
Doch man wird wohl kaum längere Zeit wirklich ernsthaft über die Hintergründe dieser Geschichte nachdenken.

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