... neuere Einträge
Montag, 19. Januar 2009
Simpel - Marie-Aude Murail
Am Montag, 19. Jan 2009 im Topic 'Buchkritiken'

Bewertung: 3 von 5 Sternen
Inhalt: Simpel spielt gern mit Playmobil. Er spricht mit seinem Stoffhasen. Er sagt "Hier sind alle total blöd!", wenn hier alle total blöd sind und er kann total schnell zählen: 7,9,12,B,1000, 100. Simpel ist zweiundzwanzig Jahre alt, doch mental ist er auf der Stufe eines dreijährigen Kindes. Gut, dass sich sein siebzehnjähriger Bruder um ihn kümmert. Doch Simpel zu betreuen ist alles andere als simpel. Und als die beiden Brüder in eine WG ziehen, da wird es erst recht kompliziert!
Kritik: Das Buch profitiert sehr viel von seiner Werbung. Der Aufkleber auf dem Cover bezüglich des Deutschen Jugendliteraturpreises und der zitierte Satz "Ein lebenskluges, warmherziges und humorvolles Buch, das einfach glücklich macht" sind zwei Hingucker. Somit zog das Jugendbuch auch mein Interesse auf sich. Da ich schon des Öfteren nicht viel mit Büchern anfangen konnte, die von französischen Schriftstellern verfasst wurden oder in Frankreich spielen, wundert es mich auch nicht, dass mir "Simpel" nicht zu 100% zusagt. Das sehr ernsthafte Thema über den zurückgebliebenen Simpel ist alles andere als humorvoll; ich habe beim Lesen zumindest nicht gelacht. Im Gesamtpaket ist es für mich einmal wieder die seltsame (französische)Stimmung, die von diesem Buch ausgeht, weshalb ich nicht richtig überzeugt werden konnte. Dafür lässt es sich schön und leicht lesen und ist trotz des ernsten Themas auch etwas für zwischendurch.
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
Samstag, 17. Januar 2009
Leichenblässe - Simon Beckett
Am Samstag, 17. Jan 2009 im Topic 'Buchkritiken'

Bewertung: 4 von 5 Sternen
Zusammenfassung: Bei seinem letzten Einsatz ist der Forensiker David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Von einer vollständigen Genesung weit entfernt, quält ihn die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Hunter sagt alle neuen Aufträge ab und kommt dennoch nicht zur Ruhe. Er beschließt daher, die Body Farm in Tennessee aufzusuchen - eine bekannte Akademie, an der er sein Handwerk erlernte. Dort trifft Hunter einen alten Freund, den er bei den Ermittlungen im Fall eines sadistischen Mordes unterstützen soll. Das Opfer wurde gefoltert, die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt - weit mehr, als es unter diesen Umständen der Fall sein dürfte. Am Tatort finden sich Fingerabdrücke, mit deren Hilfe der Täter identifiziert werden kann. Doch schon bald stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Und dass David Hunter im Begriff ist, einen folgenschweren Fehler zu begehen.
Kritik: Endlich ist David Hunter zurück; damit lockt der Klappentext und hält sein Versprechen. Die Todesformen der Opfer bleiben jedoch wieder ähnlich, bzw. fast gleich im Vergleich zu den Vorgänger-Büchern. Maden und Insekte beherrschen die Leichen, die aufgefunden werden. Doch Beckett versteht es niemals langweilig dabei zu sein. Und auch die Cliffhanger, die der Autor stets an jedes Kapitelende setzt, sind mal wieder sehr gelungen. Eine Sache setzt sich allerdings nicht wieder durch. Bei "Leichenblässe" ist man nicht wieder in einer kleinen Dorf-Idylle gefangen; dies rückt eher in den Hintergrund. Man muss, um diesen Roman verstehen zu können, auch nicht zwangsläufig die Vorgänger gelesen haben, denn Beckett wiederholt immer wieder irgendwelche vergangenen Vorgänge, sodass auch unwissende Leser schnell Bescheid wissen. U.a. wird stets die Verletzung, die Hunter am Ende von "Kalte Asche" erlitt, erwähnt. Interessant finde ich vor allem, dass Hunter nicht als Übermensch dargestellt wird, wie in einer Schlüsselszene mit Jacobsen, die in diesem Moment etwas mehr Ahnung zu haben scheint, als er. Alles in allem, ist es Simon Beckett wieder gelungen einen grandiosen Thriller zu schreiben, der nahtlos an "Chemie des Todes" und "Kalte Asche" anknüpft.
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
Dienstag, 13. Januar 2009
Mrs. Wilcox und die Tote auf der Terrasse - Emilie Richards
Am Dienstag, 13. Jan 2009 im Topic 'Buchkritiken'

Bewertung: 2 von 5 Sternen
Inhalt: Eine nackte Tote auf der Veranda des Pfarrhauses, kurz bevor kirchentreue Damen zum Kaffee erwartet werden - das macht keinen guten Eindruck! Prompt fällt der Verdacht auf den neuen Pfarrer Ed Wilcox. Aber seine Frau Aggie ist entschlossen, den wahren Täter zu finden, der das Mädchen mit dem Schlangentattoo auf dem Gewissen hat. Eine schwierige Aufgabe in einer Gemeinde, in der jeder sein eigenes dunkles Geheimnis zu haben scheint. Doch Courage, Raffinesse und ein Stoßgebet zu rechter Stunde bringen die unkonventionelle Pfarrersfrau dem gottlosen Mörder immer näher.
Kritik: Auf Empfehlung hin griff ich zu dieser Art von 'Cosy Crime'. Alles ganz unblutig, ein bisschen wie Agatha Christie. Doch seit dem Roman von Emilie Richards um ihre ermittelnde Pfarrersfrau Aggie Wilcox weiß ich, dass diese Art von Krimis nichts für mich ist. Es fesselt einfach nicht.
Die Geschichte mit ihrem Hintergrund ist eine nette Idee, denn das kleine Städtchen, indem Mrs. Wilcox und ihr Mann leben, ist beschaulich und idyllisch. Allgemein mag ich es schon, wenn in einem Ort ein Mord passiert, in dem sich jeder kennt und man nicht weiß, welcher nun unter ihnen der Mörder ist. Doch irgendwie gelingt Frau Richards es einfach nicht, mich in ihren Bann zu ziehen. Das mag vielleicht auch an ihrer etwas blassen Protagonistin liegen, die ich mir bis jetzt noch immer nicht bildlich vorstellen kann, was sonst nicht sehr lange dauert bei mir. Ob ich mich an den nächsten Teil ranwagen werde, wage ich daher leider zu bezweifeln.
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
Letzte Order - Duane Louis
Am Dienstag, 13. Jan 2009 im Topic 'Buchkritiken'

Bewertung: 1 von 5 Sternen
Inhalt: Samstagmorgen, neun Uhr. Außerplanmäßige Dienstbesprechung. Der Boss hat Folgendes zu verkünden: "Die meisten von euch kennen die Wahrheit über unsere Firma, aber bei den zwei Personen, die sie nicht kennen, möchte ich mich für den Schock entschuldigen, den sie gleich bekommen. Wir sind eine Tarnfirma des CI-6, einem Geheimdienst der Regierung. Und der Laden hier wird heute dichtgemacht. Ich werde euch nicht feuern. Ich werde euch töten." Doch ein Mann hat etwas dagegen.
Kritik: Der Inhalt klingt, man muss es beim besten Willen zugeben, ja wirklich vielversprechend. Doch beim in der Luft zerreißen dieses Buches weiß man gar nicht so recht, wo man überhaupt anfangen soll.
Die Todesliste, die in dem Buch immer wieder auftaucht, ist absoluter Schwachsinn. Man erkennt daran beim bloßen Durchblättern, wer als nächstes sterben wird, was ja nun wirklich nicht zum großen Spannungseffekt beiträgt. Der Schreibstil des Autors erinnert mich ein wenig an Simon Kernick's "Gnadenlos". Bei jedem Kapitel werden versucht Cliffhanger einzufügen, die dann mit banalen Fragen wie "Warum versuchte sie mich eigentlich nicht zu retten?" ins Belanglose gezogen werden.
Die Handlungsgründe der Beteiligten sind ebenfalls nicht gerade logisch. Im einen Moment sind sie alle Verbündete, im anderen ist jeder gegen jeden. Mit Stunts alá Matrix wird die ganze peinliche Szenerie dann auch noch etwas "aufgepeppt". Und die Todesursachen der Opfer sind ebenfalls ziemlich schräg. Wie kann es sein, dass der Typ mit Kopfschuss fast das ganze Buch durchgehend überlebt? Oder die Frau, die an einem Gürtel (!) mit dem Kopf nach unten aus dem Fenster gehangen wird. Die schafft es tatsächlich sich wieder in Sicherheit zu hangeln, bevor der Gürtel ihrem Gewicht nachgegeben hat und sie in eine endlose Tiefe stürzt?
Für mich war dieser Krimi ein absoluter Flop und ich kann nur jedem davon abraten, der sich mal wieder vom Klappentext in die Irre führen hat lassen.
Permalink (0 Kommentare) Kommentieren
... ältere Einträge

